Eine kurze Chronik, die von den Anfängen des Bezirksverbandes bis heute, berichtet.
Der Bezirksverband Recklinghausen der Kleingärtner e.V. besteht aus 19 Mitgliedsvereinen aus vier Städten und hat seit dem 1. Dezember 1988 seine Geschäftsstelle in Recklinghausen.
Vom Stadtverband zum Bezirksverband vergingen nur 30 Jahre
Als 1925 die ersten Kleingartenvereine in Recklinghausen entstanden sind, dauerte es noch acht Jahre bis der Stadtverband Recklinghausen gegründet wurde. In den 20-ger Jahren, entstanden die Kleingärtnervereine in Verbindung mit Kleintierzüchtern gemeinsam. Die Mitglieder in den Vereinen waren fast ausschließlich Beschäftigte des Bergbaus. Die Stadt Recklinghausen stellte dafür die Grundflächen zur Verfügung. Einige dieser Kleingartenanlagen trennten sich jedoch bereits Anfang der 1930-ger Jahre schon von den Kleintierzüchtern. Im Jahr 1932 waren vor Gründung einer Stadtgruppe bereits sechs Kleingärtnervereine vorhanden.
Dies waren die heutigen Kleingärtnervereine „Jungfernheide“,“ Recklinghausen 1“, „Grullbad mit Hohenhorst“, „Hillerheide“, „Emscherbruch“, und „Heimatliebe“.
Hinzu kamen noch fünf Kleinsiedlervereine und Eisenbahnkleinwirtevereine der Städte Datteln und Haltern. Diese hatten jedoch eine andere Zielsetzung als das Kleingartenwesen.
Durch ein Schreiben vom 28. April 1933 wurde die Zuordnung von diesen insgesamt 11 Vereinen zur Stadtgruppe Recklinghausen, noch vor der Gründung des Stadtverbandes, festgelegt. Am 21. September 1933 wurde dann der Stadtverband Recklinghausen mit Gustav Schmidt als dessen Vorsitzenden, gegründet. Dies hatte die „Provinzgruppe Westfalen und Lippestaaten der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e. V. und der Reichsbund e.V.“ mit Sitz damals in Bochum, verfügt. Dachverband war zu dieser Zeit der Reichsbund.
Im gleichen Jahr 1933 wurden zwei weitere Kleingartenanlagen, der „KGV- Fröhliche Morgensonne“ in Recklinghausen und der „KGV Gut Grün“ in Herten-Langenbochum gegründet.
Am 29. April 1934 wurde dann der allererste Vorstand des Recklinghäuser Stadtverbandes, unter dem Stadtgruppenleiter Gustav Schmidt, bestehend aus drei Amtsträgern, gewählt. Dies waren neben Gustav Schmidt als Vorsitzenden, ein Geschäftsführer und ein Kassierer.
Erst ab 1952 gab es vier männliche Personen im geschäftsführenden Vorstand. Dieser bestand aus dem Vorsitzenden, einem Schriftführer einem Kassierer, sowie einem städtischen Mitarbeiter aus der Verwaltung, der dabei als Geschäftsführer tätig war.
Ab 1948 gab es im Stadtverband Recklinghausen die erste Frauenberaterin, die 25 Jahre den Frauengruppen, die nach und nach entstanden sind, beratend zur Seite stand.Nach dem Krieg kamen weiter Kleingärtnervereine, auch aus den benachbarten Städten, zum Stadtverband Recklinghausen hinzu.
Die Stadt Recklinghausen kaufte 1949 von der Bergbauverwaltung den „KGV- Hochlarmark“.
In den Folgejahren kamen durch Gründungen dieser Kleingärtnervereine, 1953 aus Oer-Erkenschwick der „KGV-Arbeit und Freude“ und 1955 der „KGV - Bergmannssonne“ hinzu.
1952 wurde in Herten der Kleingärtnerverein „KGV - Paschenberg“ gegründet. Jedoch erst 24 Jahre später, im Jahr 1976, wurde dieser Verein Mitglied im heutigen Bezirksverband.
1963 wird aus dem Stadtverband Recklinghausen der Bezirksverband Recklinghausen der Kleingärtner e.V..
Aufgrund der seit langer Zeit vom Stadtverband übernommenen regionalen Aufgaben erhielt dieser nun die Funktion eines Bezirksverbandes.
In den Folgejahren wuchs der Bezirksverband weiter und wurde noch größer.
1968 wurde der „KGV - Lohfeld“, und 1977 in Datteln der „KGV-Am Mühlenbach“ gegründet.
Im Jahr 1979 entstand dann in Herten -Scherlebeck“ die Großanlage „In den Erlen“ mit drei eigenständigen Kleingärtnervereinen. Dieses sind die Vereine: „KGV- Im Erlengrund“ „KGV - Elper Quelle“ und „KGV-Im Grünen“.
Am 28.11.2023 wurde der Kleingärtnerverein „KGV- Hochlartal e.V.“ in Recklinghausen gegründet. Aus dem Grabeland mit den 18 Parzellen wurde ein Kleingärtnerverein.
Alle diese 19 Kleingärtnervereine (inkl. „KGV-Hochlartal“ auf kirchlichem Boden) aus insgesamt vier Städten gehören nun zum Bezirksverband Recklinghausen e.V..
Die Erfolgsgeschichte des Bezirksverbandes Recklinghausen geht weiter.
1981 wurde mit der Stadt Recklinghausen und dem Bezirksverband ein neuer aktuellerer Generalpachtvertrag abgeschlossen. Die umfangreichen Aufgaben der Verwaltung wurden durch Bildung von Ausschüssen ergänzt. Diese Ausschüsse waren Bauwesen, Kassen- und Rechnungsprüfung und Vergabe-Ausschuss.
1981 mietete der Bezirksverband der Kleingärtner Recklinghausen Büroräume in der Reitzensteinstraße in der Innenstadt Recklinghausens an. Eine zentrale Anlaufstelle für die Kleingärtnervereine war geschaffen. Doch bereits acht Jahre später reichten diese Büroräume nicht mehr aus, da auch u.a. der Bereich der Fachberatung ausgebaut wurde.
Es wurde ein städtisches Wohnhaus in der Kleingartenanlage „In der Jungfernheide“ in Recklinghausen Süd erworben.
Am 1. April 1983 wurde das neue aktualisierte und noch heute gültige Kleingartengesetz herausgebracht.
Die Räume der aktuellen Geschäftsstelle, die unser heutiger Sitz des Bezirksverbandes ist, wurden am 1. Dezember 1988 bezogen, nachdem die damals angemieteten Büroräume in der Reitzensteinstraße den Ansprüchen an das Kleingartenwesen und deren Bearbeitung nicht mehr genügten.
Nach dem Umbau des Hauses und dem Anbau eines Saales wurden zuletzt am 29. November 1992 der letzte Bauabschnitt an dem Gebäude der Geschäftsstelle beendet. Der Saal dient auch heute noch zu Schulungszwecken und für Versammlungen.
Ein Jahr später, 1993, pachtete der Bezirksverband den Vorgarten und die benachbarte Gartenparzelle als Schulungsgelände für die praktische Fachberatung an.
Heute sind die im Verbandsgebiet vorhandenen Kleingartenanlagen in Recklinghausen mit 12 Anlagen, in Herten mit 5 Anlagen und in Datteln und Oer-Erkenschwick mit je 1 Anlage verteilt. Im Vorstand des Bezirksverbandes sind: der Vorsitzende, sein Stellvertreter, eine Kassiererin, (diese auch als Teilzeitkraft im Büro angestellt), die Schriftführerin, der Bezirksfachberater, die Beauftragte für die Kinder- und Jugendgruppen, eine Öffentlichkeits- und Pressearbeiterin und zwei Beisitzer - ehrenamtlich - tätig. Eine Büroangestellte ist zusätzlich als Teilzeitkraft angestellt. Jährlich findet im Herbst der Empfang der Kleingärtner auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Recklinghausen statt. Hierzu sind dann alle Kleingärtner des Bezirksverbandes ins Recklinghäuser Rathaus herzlich eingeladen. Das bunte Programm dabei wird von den Kleingärtnern aber auch von anderen Talenten vorgetragen. Der Bezirksverband Recklinghausen der Kleingärtner vergibt seit 1987 - damals - einmal jährlich an verdiente Persönlichkeiten den „goldenen Baum“. Diese Auszeichnung ist eine besondere Ehrung für bekannte Personen, die sich in besonderer Form für die Förderung und Belange des Kleingartenwesens einsetzen. 2011 war Wolfgang Pantförder der ehemalige Bürgermeister der Stadt Recklinghausen lange der letztmalige Würdenträger.
Im Jahr 2023 hatte nach 12 Jahren Pause wieder die Vergabe des „Goldenen Baumes“ des Bezirksverbandes an eine öffentliche Person im Bezirksverband stattgefunden. Bürgermeister Christoph Tesche erhielt den „Goldenen Baum“ im Recklinghäuser Rathaus überreicht.
2025 war dann Willi Wessel, der Ehrenbürger der Stadt Herten, der neue und 20. Würdenträger. In zwei Jahren ist die nächste Würdigung vorgesehen.
Zusammengetragen nach Recherchen
von Maria Althaus